Kölner Geschichte
Colonia Claudia Ara Agrippinensis

Die Tochter der "älteren" Agrippina und des Feldherrn Germanicus wurde am 6. November 15 nach Christus in Oppidum Ubiorum geboren, dem heutigen Köln, das ihr seinen Namen verdankt.
Im Jahr 40 verbannte ihr wahnsinniger Bruder Caligula sie wegen einer Verschwörung.
50 nach Christus wurde die Stadt - als "Stadt der Ubier" gegründet - ihr zur Ehren in "Colonia Claudia Ara Agrippinensis" umbenannt. Im Jahre 28 nach Christus heiratete Agrippina den Gnaeus Domitius Ahenobarbus, dem sie am 15. Dezember 37 den späteren Kaiser Nero gebar.
An Ehrgeiz und Machtstreben übertraf die jüngere Agrippina selbst ihre Mutter. Sie setzte durch, das ihr Onkel Claudius sie nach der Hinrichtung seiner dritten Frau Messalina nach Rom zurückholte und sie heiratete (was auch in Rom als Blutschande galt).
Ferner erreichte sie, daß ihr der Titel "Augusta" verliehen wurde und sorgte dafür, daß anstelle von Claudius Sohn Britannicus ihr Sohn Nero zum Thronfolger ernannt wurde.
Schließlich ließ sie ihren Gatten am 13. Oktober 54 nach Christus vergiften und ihren Sohn zum Kaiser ausrufen. Fünf Jahre lang beherrschte sie gemeinsam mit Neros Erzieher Seneca die römische Politik, bis ihr eigener Sohn, ihrer Einmischung überdrüssig, sie im Jahre 59 in Baiae bei Rom ermorden ließ.
355 wurde die Stadt zum ersten mal durch fränkische Eindringlinge zerstört. Ab 450 war Köln fest in der Hand der Franken.
Im Jahre 785 wurde Köln Bischofssitz - Karl der Große gründete das Erzbistum Köln. Wichtige architektonische Zeichen des erzbischöflichen Einflusses sind die zwölf großen romanischen Kirchen in der Stadt und natürlich der weltberühmte Dom .
Im Mittelalter erlebte die Domstadt eine Blütezeit. Bis zum 15. Jahrhundert war Köln eine der bevölkerungsreichsten und wohlhabensten Städte im deutschsprachigem Raum. 1388 wurde die erste städtische Universität Europas hier gegründet. 1475 erhielt die Stadt den Status der Freien Reichsstadt. Schon in dieser Zeit spielte Köln eine wichtige Rolle als führende Hansestadt und Messezentrum.
Im Jahre 1794 besetzten französische Revolutionstruppen die Stadt und damit war das Ende der freien Reichstadt Köln besiegelt. Das Erzbistum wurde aufgehoben und die Universität wurde geschlossen. Vier Jahre später wurde die französische Gemeindeverfassung eingeführt und 3 weitere Jahre später gehörte Köln offiziell zu Frankreich. 1814 räumten die französischen Revolutionstruppen das Feld und überließen Köln den Preußen, was ein Jahr später dazu führte, daß die Stadt und das Rheinland auf dem Wiener Kongress den Preussen zugesprochen wurde.
1823 wurde das Festkomitee des Kölner Karnevals gegründet und der erste Rosenmontagszug ging durch die Stadt.
1859 wurde die Hohenzollernbrücke, die erste feste Rheinbrücke seit der Römerzeit, als Kastenbrücke eröffnet. 1881 begann der Abriß (offizieller Begriff: "die Schleifung") der mittelalterlichen, etwa 4 Kilometer langen Stadtmauer, um der wachsenden Stadt den notwendigen Raum zu geben. Bis heute sind nur einige von 21 Türmen und Reste sowie drei der neun großen Torbogen erhalten: Eigelstein-, Hahnen- und Severinstor.
In den folgenden Jahren entstanden an Stelle des alten Stadtgrabens die Ringstraßen und im Anschluß daran die sorgfältig geplanten Quartiere der Kölner Neustadt. Die Stadt wuchs weiter und 1888 wurden eine ganze Reihe von linksrheinischen Dörfern in der Umgebung Kölns eingemeindet.
1917 wird Konrad Adenauer zum Oberbürgermeister von Köln gewählt. In seiner Amtszeit wurde 1919 die Universität wiedereröffnet, 1923 das Stadion in Müngersdorf errichtet, ab 1924 ein sieben Kilometer langer innerer und ein 30 Kilometer langer äußerer Grüngürtel um Köln gelegt und schließlich die Kölner Messe auf der Deutzer Rheinseite gegründet.
Beim Bau eines Luftschutzbunkers an der Südseite des Domchors im Jahre 1941 wurde das römische Dionysosmosaik entdeckt, welches heute Mittelpunkt des 1974 darüber eröffneten Römisch-Germanischen Museums ist. Der zweite Weltkrieg war verheerend für Köln. 1945 waren über 90% der gesamten Innenstadt verwüstet, die Einwohnerzahl war von ehemals 800.000 auf gerade mal 40.000 gesunken. Konrad Adenauer übernahm vom 4. Mai bis zum 6. Oktober 1945 erneut das Amt des Oberbürgermeisters.
Trotz britischer Besatzung im Rheinland und in Köln wurde 1946 der erste Kölner Rat nach dem Krieg wieder frei gewählt.
Nach erheblichen Anstrengungen im Wiederaufbau und durch die kommunale Gebietsreform wurde Köln 1975 Millionenstadt. 1986 erhielt die Fläche zwischen Dom und Rhein, vor dem Krieg dicht bebaut, nachher provisorisch als Omnibusbahnhof genutzt, mit dem Rheingarten, den Museumsneubauten (Wallraf-Richartz-Museum/Museum Ludwig) und dem unterirdischen Konzertsaal "Philhamonie" eine neue städtebauliche Qualität.
Heute ist die Stadt eine pulsierende Metropole mit über 1 Million Einwohnern und eine wichtige Messe-, Medien- und Industriestadt mit Herz und Kultur.
Weitere Informationen zu Köln (Adressen, Stadtplan, Aktuelles, Messen, Verkehr usw.) bekommt man auf koeln.de oder auf stadt-koeln.de.
